Bienenwissen

Bienenstock
Bienenkönigin
Biene an Obstblüte

Zu den Honigbienen gehören weltweit ca. 12 staatenbildende Arten, von denen für die Imkerei die westliche Honigbiene, mit der auch wir Imkern, die größte Bedeutung hat.
Sie lebt in sogenannten Völkern mit bis zu 60.000 Bienen. Im Bienenvolk gibt es 3 Bienentypen die sich in Größe, Form und Zweck unterscheiden.
Die Königin ist ausschließlich für das Legen von Eiern zuständig. Sie kann Sie bis zu 2.000 Wabenzellen pro Tag bestiften. Das entspricht dem 2-fachen Gewicht ihres eigenen Körpers.
Eine Königin kann unter optimalen Zuständen bis zu 4 Jahre alt werden.

Die Arbeiterbienen sind wie die Königin weiblich und sind für alle Tätigkeiten innerhalb und außerhalb des Bienenstocks zuständig. So durchläuft eine Arbeiterbiene nach dem Schlupf alle Stadien von der Putz- über die Ammen-, Bau- und Wächterbiene bis letztendlich zur Flugbiene.

Zur Zeit, in der auch Schwärme möglich sind, etwa von April bis Juli, gibt es als dritten Typ auch noch ca. 500 bis maximal 2000 Drohnen im Bienenvolk. Diese sind größer als die Arbeiterinnen und fallen durch ihre plumpe, gedrungenere Körperform und ihre großen Augen auf.

Sie besitzen als männliche Tiere keinen Giftstachel. Ihre Antennen sind darauf spezialisiert, den Pheromonduft von jungen Königinnen aufzunehmen, um sich dann hoch in der Luft (während des Flugs) mit diesen zu paaren. Danach stirbt der Drohn.

Die Honigbiene hat seit jeher eine wichtige Rolle innerhalb vieler Ökosysteme und ist verantwortlich für die Bestäubung einer Vielzahl von Pflanzen. So hängt auch die Bestäubung menschlicher Nutzpflanzen signifikant von der Arbeitsleistung der Honigbiene ab und ist damit nach Rind und Schwein das wichtigste Nutztier in Deutschland mit einer Bestäubungsleistung von ca. 4 Mrd € jährlich.

Der Honigbiene geht es in Deutschland gesehen im Gegensatz zu anderen Insektenarten gut, da Sie eine Lobby, nämlich die Imker, hat. Das trifft für beispielsweise Schmetterlinge, Wild- und Solitärbienen, Libellen und Käfer nicht zu. Wenn wir von einem Bienensterben sprechen, geht es auch immer um ein Insektensterben. So ist es wichtig bei der Ergreifung von Schutz- und Hilfsmaßnahmen immer das gesamte Ökosystem zu betrachten.

Honig

Honig ist ein von Honigbienen erzeugtes Lebensmittel aus dem Nektar von Blüten oder den zuckerhaltigen Ausscheidungsprodukten verschiedener Insekten, dem sogenannten Honigtau. Diese werden von Flugbienen gesammelt, welche die Zuckersäfte mit ihrem Rüssel aufnehmen, in der Honigblase zwischenlagern und mit zuckerspaltenden Enzymen anreichern. Eine geringe Menge dieses unreifen Honigs braucht die Biene für sich selbst, nämlich als „Bienensprit“ für ihren Heimflug.

Im Bienenstock angekommen wird der unreife Honig den Stockbienen übergeben. Dabei wird diesem weiter Wasser entzogen und es gelangen weitere Säuren, Enzyme und Eiweiße, sowie Inhibine in den Honig. Vor der endgültigen Einlagerung in die Waben trocknen die Bienen den Honig weiter durch Ventilieren der Stockluft. Je nach Honigsorte ist dieser ab einem Wassergehalt zwischen 17% und 21% reif. Dann wird die Wabenzelle von den Bienen mit einem Wachsdeckel verschlossen.

Jede Honigsorte setzt sich aus verschiedenen Zuckerarten zusammen. Für die Festigkeit im Honig ist der kristallbildende Traubenzucker zuständig. Je mehr Traubenzucker ein Honig enthält, desto fester ist er. Wenn Honig eine Weile gelagert oder wenn er zu kalt gelagert wird, kristallisiert der Traubenzuckeranteil zunehmend aus. Dadurch wird der Honig fest oder bei einem sehr geringen Traubenzuckeranteil lagern sich die Kristalle am Boden des Gefäßes ab.

Honigprodukte

Wachs

Bienenwachs zählt zu den wenigen tierischen Wachsen und wird von den Bienen durch Drüsen am Hinterleib ausgeschwitzt. Sie verwenden es für den Bau ihrer Wabenstruktur der Brut- und Honigwaben. Frisch ausgeschwitztes Wachs ist weiß und leicht glasig. Erst durch den Kontakt mit Blütenpollen und Propolis verfärbt es sich in die bekannte goldgelbe Farbe. Für die Herstellung eines Kilos reinen Bienenwachses benötigen die Bienen ca. 6kg Honig.

 

Neben der Mittelwand- und Kerzenherstellung findet Bienenwachs hauptsächlich Verwendung in der kosmetischen und pharmazeutischen Industrie zur Herstellung von Lotionen, Salben, Cremes uvm.
Bienenwachs hat die Eigenschaft fettlösliche Stoffe aufzunehmen. Dadurch können sich im Laufe der Zeit fettlösliche Pflanzenschutzmittel oder andere fettlösliche Stoffe im Bienenwachs anreichern.

Aus diesem Grund unterscheiden Bioland-Imker grundsätzlich zwischen 2 Wachsqualitäten. Neuwachs aus Deckel- und Drohnenwachs das weniger als ca. 3 Wochen im Bienenvolk war und Altwachs aus Brut- und Honigwaben das länger als ca. 3 Wochen im Bienenvolk war. Das Neuwachs ist sehr rein und unbelastet und wird für die oben genannten kosmetischen, pharmazeutischen Einsatzzwecke, sowie neue Mittelwände verwendet. Das Altwachs wird zum Gießen von Kerzen verwendet.

Wachsprodukte
Bienenwissen Bioland Wachs
Bienenwissen Bioland Blütenpollen

Pollen

Bei Pollen handelt es sich um den Blütenstaub von Pflanzen. Er besteht neben Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen und Enzymen zum größten Teil aus Eiweiß. Dessen Gehalt ist mit 30-40% deutlich größer als bei einem Steak dessen Gehalt bei 22% liegt.

 

Pollen ist das Grundnahrungsmittel der Bienen, nicht Honig wie viele denken. Der Pollen wird vor allem zur Aufzucht der Larven benötigt. Wenn von den Sammelbienen reichlich Pollen in den Bienenstock eingetragen werden ist das immer ein gutes Indiz für ein vitales Volk.

 

Viele Pflanzenschutzmittel wie Insektizide, Fungizide usw. haften an den Pollen und werden so in den Bienenstock eingetragen. Daher sollte beim Kauf von Pollen darauf geachtet werden, dass diese von naturbelassenen und nicht landwirtschaftlich intensiv genutzten Landschaften stammen.

Damit unser Körper die Inhaltsstoffe des Pollens optimal aufnehmen kann, sollte man ihn gut kauen und einspeicheln oder ihn alternativ in Milchprodukten wie z.B. Joghurt oder Milch einweichen, bevor man ihn zu sich nimmt. Auch das Untermengen im Müsli ist möglich oder das Vermengen mit Saft oder abgekühltem Tee.

Pollenprodukte

Propolis

Die Propolis ist die Substanz, die Bienen von den Knospen und der Rinde der Laubbäume sammeln und mit Wachs, Pollenanteilen und Speichelsekreten anreichern. Im Bienenstock wird sie als klebriges Baumaterial zum Abdichten bzw. zur Abwehr von Bakterien und Pilzen verwendet. Propolis werden keimhemmende Wirkungen nachgesagt.

 

Gerade wegen dieser Eigenschaften ist Propolis in der Alternativmedizin und Naturheilkunde beliebt. Um nennenswerte Mengen an Propolis zu gewinnen, bringen Imker feinmaschige Kunststoffgitter im Bienenstock an. Die Bienen verkitten die störenden Zwischenräume. Zur Propolis-Ernte werden die Gitter entfernt. Durch Tiefgefrieren lässt sich das Harz leicht abklopfen und zu Pulver vermahlen. Der größte Teil der Propolis besteht aus Harzen und Wachsen. Die Hauptrolle der wirksamen Bestandteile wird den Flavonoiden zugeschrieben.

An zweiter Stelle stehen die Hydroxyzimtsäuren wie Kaffee- bzw. Ferulasäure. Weitere wasserlösliche Bestandteile sind Bienenenzyme, Zucker, Vitamine sowie Mineralstoffe und Spurenelemente. Propolis duftet markant, schmeckt bitter und scharf. Sie ist bei Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius geschmeidig, sehr klebrig, unter 15 Grad Celsius dagegen fest und spröde.

Propolisprodukte
Bienenwissen Bioland Propolis
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